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Nürburgring: Nordschleife, Touristenfahrten & Events

Familie Hahn im Garten, von links: Susanne, Carmen und David Hahn, Ihre Gastgeber am Waldsee Rieden Familie Hahn Gastgeber am Waldsee Rieden 9 Min. Lesezeit
Blick über die Leitplanken der Nürburgring-Nordschleife auf die bewaldeten Hügel der Hocheifel
Blick über die Leitplanken der Nürburgring-Nordschleife auf die bewaldeten Hügel der Hocheifel

Wo der Nürburgring wirklich liegt

Der Ring gehört zur Gemeinde Nürburg im Landkreis Ahrweiler, Rheinland-Pfalz. Das ist die Hocheifel, eine Hochfläche um 600 Meter über dem Meer, kein Tal. Das Ahrtal beginnt erst zwölf bis fünfzehn Kilometer weiter nördlich, und mit der Pfalz hat die Gegend außer der Hälfte eines Bundeslandnamens nichts zu tun.

Ebenfalls wichtig, weil es oft falsch steht: Der Nürburgring liegt in keinem Nationalpark. Der Nationalpark Eifel liegt in Nordrhein-Westfalen, rund 45 Kilometer von Rieden, und der Ring gehört nicht dazu. Was den Höhenunterschied angeht, spricht die Strecke selbst deutlich genug: Der tiefste Punkt bei Breidscheid liegt bei etwa 320 Metern, der höchste an der Hohen Acht bei rund 620 Metern. Der Berg, der der Kurve den Namen gibt, ist mit 746,9 Metern der höchste der Eifel, die Hohe Acht direkt nebenan lässt sich gut mit einem Ringbesuch verbinden.

Die Strecken: Nordschleife und Grand-Prix-Strecke

Der Nürburgring ist kein Kurs, sondern zwei, die historische Nordschleife und die moderne Grand-Prix-Strecke, die sich zu einer Gesamtstrecke von über 25 Kilometern koppeln lassen.

StreckeLängeEröffnetMerkmale
Nordschleife20,832 km192773 Kurven, 300 m Höhenunterschied; Anstiege bis 18 % (zur Hohen Acht), Gefälle bis 11 % (Fuchsröhre); längste permanente Rennstrecke der Welt
Grand-Prix-Strecke5,148 km (ursprünglich 4,542 km)1984teilbar in Sprintstrecke und Müllenbachschleife; breite Auslaufzonen, Start-Ziel-Haus, Medical- und Media-Center
Gesamtstreckeüber 25 kmKopplung beider Kurse, u. a. beim 24-Stunden-Rennen

Quelle: nuerburgring.de, Bereich Race Tracks. Stand: August 2026.

Ein verbreiteter Irrtum betrifft den Superlativ: Die Nordschleife ist seit 1927 die längste permanente Rennstrecke der Welt, nicht erst seit dem Umbau 1984. Der Umbau hat sie sogar verkürzt, von 22,810 auf 20,832 Kilometer, und die alte Südschleife durch die neue Grand-Prix-Strecke ersetzt.

Der schnellste je auf der Nordschleife gefahrene Umlauf steht seit 2018 bei 5:19,55 Minuten (Porsche 919 Hybrid Evo). Der legendärste bleibt trotzdem Stefan Bellofs 6:11,13 Minuten aus dem Jahr 1983.

Selbst fahren: Touristenfahrten auf der Nordschleife

Das Besondere am Nürburgring ist, dass jeder mit einem normalen Führerschein und einem normalen Auto auf die Nordschleife darf. Während der Touristenfahrten ist die Strecke eine öffentliche Mautstraße: Es gilt die Straßenverkehrsordnung samt Rechtsüberholverbot, Fahrerlaubnis und Fahrzeugschein sind mitzuführen.

Preise, Stand: August 2026, Quelle nuerburgring.de:

  • Nordschleife, eine Runde: 30 € (Montag bis Donnerstag), 35 € (Freitag bis Sonntag und feiertags)
  • Grand-Prix-Strecke, 15 Minuten: 35 €, unabhängig vom Wochentag
  • Saison 2026: 7. März bis 15. November (Saisonende vorläufig)

Tickets gibt es online über ein Guthabenkonto auf nuerburgring.de oder vor Ort am Ticketschalter an der Zufahrt Döttinger Höhe. Eine Voranmeldung ist weder nötig noch möglich: Man lädt Guthaben auf und fährt während der Öffnungszeiten hin. Für die Öffnungszeiten gilt eine Faustregel, keine feste Zusage: unter der Woche abends, an veranstaltungsfreien Wochenenden ganztags. Die genauen Zeiten wechseln mit Tageslicht und Rennkalender und stehen tagesaktuell auf nuerburgring.de. Wer eine feste Uhrzeit im Kopf hat, prüft sie am Morgen der Fahrt; die Strecke kann außerdem jederzeit kurzfristig gesperrt werden.

Wichtig für Motorradfahrer: Seit der Saison 2025 sind Motorräder von den regulären Touristenfahrten ausgeschlossen. Der Betreiber begründet das mit der unterschiedlichen Fahrdynamik von Autos und Motorrädern und dem fehlenden Knautschzonenschutz. Zweiräder kommen nur noch im Rahmen geführter Trainings mit eigenem Zeitfenster auf die Nordschleife. Wer mit dem Motorrad anreist und mit einer Runde rechnet, sollte das vorher prüfen.

Nicht zugelassen sind außerdem Fahrzeuge, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit unter 130 km/h liegt, sowie Quads.

Von 1927 bis heute: eine kurze Geschichte

Gebaut wurde der Nürburgring ab 1925 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die strukturschwache Eifel, und als Teststrecke für die junge deutsche Automobilindustrie. 1927 wurde er eröffnet, mit einer Streckenführung, die sich nicht um Sicherheitsstandards scherte, sondern der Topografie der Hocheifel folgte. Genau das macht bis heute den Reiz aus: Die Nordschleife ist keine am Reißbrett entworfene Rennstrecke, sondern eine asphaltierte Landschaft.

Warum „Grüne Hölle"?

Der Name stammt von Jackie Stewart. Der Schotte gewann 1968 den Großen Preis von Deutschland auf der Nordschleife bei Dauerregen und Nebel, mit gebrochenem Handgelenk und über vier Minuten Vorsprung. Seine Beschreibung der Strecke, „Green Hell", blieb hängen und ist seither der inoffizielle Zweitname des Kurses.

Der 1. August 1976

Beim Großen Preis von Deutschland 1976 verlor Niki Lauda in der zweiten Runde die Kontrolle über seinen Ferrari, durchschlug die Leitplanke und rutschte brennend zurück auf die Strecke. Lauda überlebte mit schweren Verbrennungen an Gesicht und Lunge, und saß sechs Wochen später wieder im Auto.

Die Folge für die Strecke war endgültig: Nach 1976 fuhr die Formel 1 nie wieder auf der Nordschleife. Für moderne Formel-1-Autos war die Strecke schlicht zu lang, um sie streckenseitig abzusichern. Das Rennen zog nach Hockenheim, und der Nürburgring bekam bis 1984 die neue, deutlich kürzere Grand-Prix-Strecke.

Formel 1 am Ring, der Stand 2026

Hier ist eine klare Ansage nötig, weil im Netz vieles Veraltete steht: Ein regulärer Formel-1-Grand-Prix findet am Nürburgring nicht mehr statt. Der Große Preis von Deutschland wurde zuletzt 2019 in Hockenheim ausgetragen. Das bislang letzte Formel-1-Rennen am Nürburgring war der Große Preis der Eifel am 11. Oktober 2020, ein pandemiebedingter Ersatztermin, kein Bestandteil des regulären Kalenders. Seitdem: nichts. Wer Motorsport am Ring erleben will, plant um andere Serien herum, und davon gibt es reichlich.

Renntermine und Events

Der Ring füllt sein Jahr mit über 50 Veranstaltungen zwischen Januar und Oktober. Diese Termine standen im offiziellen Jahreskalender 2026, Stand: August 2026, Quelle nuerburgring.de.

Was 2026 noch kommt:

Termin 2026VeranstaltungStrecke
7.–9. AugustBELMOT Oldtimer-Grand-PrixGrand-Prix-Strecke
14.–16. AugustDTMGrand-Prix-Strecke
28.–30. AugustGT World ChallengeGrand-Prix-Strecke
4.–6. SeptemberIDM (Motorrad-Meisterschaft)Grand-Prix-Strecke
5.–6. SeptemberNürburgring Drift CupGrand-Prix-Strecke
18.–20. SeptemberADAC 1000-km-RennenGesamtstrecke
24. OktoberRCN SaisonfinaleNordschleife
15. Novemberletzter Tag der Touristenfahrten (vorläufig)Nordschleife

Was 2026 bereits gelaufen ist, als Orientierung für die Urlaubsplanung im nächsten Jahr: NLS-Saisonstart 14. März, 24h-Qualifiers 18.–19. April, ADAC RAVENOL 24h Nürburgring 14.–17. Mai, Rock am Ring 5.–7. Juni, Nürburgring Classic 12.–14. Juni, Internationaler ADAC Truck-Grand-Prix 10.–12. Juli, Rad am Ring 24.–26. Juli.

Schon terminiert für 2027:

Termin 2027VeranstaltungQuelle
2.–3. April24h Nürburgring Prolog (neue ADAC 24h Nürburgring Serie)nuerburgring.de
30. April – 2. Mai24h Nürburgring Qualifiersnuerburgring.de
27.–30. MaiADAC RAVENOL 24h Nürburgring24h-rennen.de
4.–6. JuniRock am Ringrock-am-ring.com

Das 24-Stunden-Rennen ist das Ereignis des Jahres: rund 200.000 Zuschauer, über 24 Stunden auf der gekoppelten Gesamtstrecke, campierende Fangruppen an den Hängen der Nordschleife. Wer in dieser Woche ein Ferienhaus in der Region sucht, muss früh buchen, ein Ferienhaus 22 km vom Ring am Riedener Waldsee ist eine ruhigere Alternative zum Zelt am Streckenrand.

Was es am Ring nicht mehr gibt

Nach der Insolvenz 2012/13 sind mehrere Publikumsattraktionen verschwunden. Zwei tauchen bis heute in Reiseführern und älteren Artikeln auf:

  • ring°werk, das Motorsport-Erlebnismuseum: geschlossen. Auf der offiziellen Seite steht: „Das ring°werk ist wegen umfangreicher Umbaumaßnahmen geschlossen." Das Gebäude wird für Partner aus der Automobilindustrie umgebaut, ein Wiedereröffnungstermin steht nicht fest. Ein Erlebnismuseum soll irgendwann zurückkehren, wann, ist offen.
  • ring°racer, einst als schnellste Achterbahn der Welt geplant: Die Bahn lief im Oktober 2013 vier Tage und danach nie wieder. Ein Betrieb ist dauerhaft ausgeschlossen; der Abschnitt am ring°werk wurde 2025 zurückgebaut, der Rest bleibt als Kulisse stehen.

Für Regentage lohnt sich deshalb ein anderer Plan als „wir gehen ins Ringmuseum", die Region hat genug Ausflugsziele für die Eifel bei Regen, die verlässlich geöffnet haben.

Anfahrt ab Rieden und Parken

Von Rieden sind es rund 22 Kilometer in westlicher Richtung, etwa 30 Minuten Fahrt. Der Ring liegt direkt an der B 258; aus Richtung Koblenz führt der Weg über die A 61, aus Richtung Köln über die A 1. An Großveranstaltungen wie dem 24-Stunden-Rennen sind die Zufahrtsstraßen der Hocheifel allerdings über Stunden dicht, dann hilft die kurze Distanz wenig.

Parken kostet immer, nicht nur an Renntagen. Das ist der Punkt, an dem sich die meisten Besucher täuschen. Im Parkhaus am info°center gilt, Stand August 2026:

DauerGebühr
erste Stundefrei
zweite Stunde3,50 €
jede weitere Stunde2,50 €
Tagespauschale ab 8 Stunden18,00 €

Bei Veranstaltungen gilt stattdessen meist eine Pauschale von 10 Euro pro Tag. Kostenfrei ist offiziell nur der Parkplatz A10. Auch die Flächen A1, A2 und D8 sind inzwischen dauerhaft bewirtschaftet, dort läuft die Abrechnung über Kennzeichenerfassung.

Mit dem ÖPNV ist die Hocheifel dünn erschlossen, und das ist keine Floskel. Zum Ring fährt genau eine Linie: der RegioBus 860, Haltestelle „Nürburg Nürburgring Congress Hotel". Auf dem Abschnitt über den Ring verkehrt er nur alle zwei Stunden, sonntags erst ab kurz vor zehn.

Ab Rieden bedeutet das zwei Umstiege über Kempenich und Adenau: montags bis freitags rund 1 Stunde 50 Minuten, sonntags eher drei Stunden, weil in Adenau eine lange Wartezeit entsteht. Die dabei nötige Linie 815 ist sonntags ein RufBus und muss spätestens 90 Minuten vor Abfahrt unter 02633 2009600 angemeldet werden.

Wer ohne Auto anreist, fährt besser mit der Bahn bis Ahrbrück und von dort mit dem 860er in gut 40 Minuten zum Ring. Und noch ein verbreiteter Irrtum: Der Vulkan-Express fährt nicht zum Nürburgring, seine Endstation ist Engeln.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Ein Ringbesuch lässt sich gut kombinieren. Direkt neben der Strecke steht die namengebende Nürburg, eine Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert auf einem Basaltkegel, eine von vielen, denn die Burgen der Eifel sind hier dichter gesät als irgendwo sonst in Rheinland-Pfalz. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, findet rund um die Hocheifel gute Wanderwege rund um den Ring, darunter den Aufstieg zur Hohen Acht mit ihrem Aussichtsturm. Bei klarer Sicht reicht der Blick von dort über die halbe Eifel, und man sieht, wie sich das graue Band der Nordschleife durch den Wald zieht.

Häufige Fragen

Kann ich mit meinem eigenen Auto auf die Nordschleife?

Ja. Während der Touristenfahrten ist die Nordschleife eine öffentliche Mautstraße. Sie brauchen einen gültigen Führerschein, den Fahrzeugschein und ein Fahrzeug, das der StVZO entspricht und schneller als 130 km/h fährt. Es gilt die StVO samt Rechtsüberholverbot.

Was kostet eine Runde auf der Nordschleife?

30 € von Montag bis Donnerstag, 35 € an Wochenenden und Feiertagen. Eine 15-Minuten-Einheit auf der Grand-Prix-Strecke kostet 35 € unabhängig vom Wochentag. Stand: August 2026, Quelle nuerburgring.de.

Darf ich mit dem Motorrad auf die Nordschleife?

Bei den regulären Touristenfahrten nicht mehr, Motorräder sind seit der Saison 2025 ausgeschlossen. Es gibt stattdessen geführte Motorrad-Trainings mit eigenem Zeitfenster. Termine und Konditionen beim Ring erfragen.

Findet am Nürburgring noch Formel 1 statt?

Nein. Der Große Preis von Deutschland wurde zuletzt 2019 in Hockenheim gefahren, das letzte F1-Rennen am Nürburgring war der Große Preis der Eifel am 11. Oktober 2020, ein einmaliger Ersatztermin. Aktuell steht der Ring in keinem Formel-1-Kalender.

Gibt es das ring°werk noch?

Nein. Das Motorsport-Erlebnismuseum ist wegen umfangreicher Umbaumaßnahmen geschlossen, ein Wiedereröffnungstermin steht nicht fest. Die Achterbahn ring°racer ist dauerhaft außer Betrieb und teilweise zurückgebaut.

Wie weit ist es vom Riedener Waldsee zum Nürburgring?

Rund 30 Kilometer. Der Ring liegt in der Hocheifel im Landkreis Ahrweiler, Rieden im Landkreis Mayen-Koblenz, beides Eifel, aber zwei unterschiedliche Landschaften.

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Dieses Ziel liegt in Reichweite unserer Ferienhäuser

Drei Ferienhäuser mit eigener Außensauna, Whirlpool und Kaminofen auf der Sonnenterrasse am Riedener Waldsee. Von hier aus starten Sie jeden Ausflug in die Eifel.

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Susanne, Carmen und David Hahn vermieten die drei Ferienhäuser auf der Sonnenterrasse in Rieden und kennen die Eifel seit über zehn Jahren.

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