Monreal in der Eifel: Fachwerk, zwei Burgen, ein Tipp
Warum sich die halbe Stunde Fahrt lohnt
Monreal ist der Ort, den Gäste am häufigsten zweimal besuchen: einmal, weil er auf jeder Empfehlungsliste steht, und einmal, weil sie beim ersten Mal zu wenig Zeit hatten.
Der Grund ist die Dichte. Auf wenigen hundert Metern stehen Fachwerkhäuser aus fünf Jahrhunderten, drei steinerne Bogenbrücken über den Elzbach, eine spätgotische Kirche, ein Rathaus von 1452 und darüber auf einem Bergsporn zwei Burgruinen. Das Denkmalverzeichnis von Rheinland-Pfalz führt für diesen Ort drei Denkmalzonen und 45 Einzeldenkmäler.
Dabei ist Monreal ein Dorf mit 733 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025). Es liegt auf rund 300 Metern im Tal der Elz, in der Verbandsgemeinde Vordereifel.
Vom Königsberg zur Tuchmacherstadt
Erstmals erwähnt wurde der Ort 1193 als „Cunisberch", also Königsberg. Den heutigen Namen brachten im 13. Jahrhundert die Grafen von Virneburg mit, die das französische „Monroial" einführten. 1306 erhielt Monreal Stadt- und Marktrechte.
Wirtschaftlich lebte der Ort jahrhundertelang von der Wolle. Nach 1648 entstand hier eine bedeutende Tuchindustrie auf Basis der Eifeler Schafwolle; überliefert ist, dass Mitte des 18. Jahrhunderts ein großer Teil der Bevölkerung von der Wollverarbeitung lebte. Im 19. Jahrhundert brach das weg.
Diese Geschichte erklärt die Bauform: Die großen Häuser mit gemauertem Untergeschoss und Fachwerk darüber waren Weberhäuser, keine Bauernhöfe. Der Großteil des heutigen Bestands stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert, dem Wiederaufbau nach den Zerstörungen.
Eine Auszeichnung, die der Ort tatsächlich trägt: Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" 2004. Den vielzitierten Titel „schönster Fachwerkort Deutschlands" gibt es dagegen nicht, das ist eine journalistische Zuschreibung.
Die zwei Burgen: was geht und was nicht
Auf dem Bergsporn über dem Ort stehen zwei Ruinen, was regelmäßig für Verwirrung sorgt.
Die Löwenburg, auch Große Burg, wurde um 1220 errichtet und 1229 erstmals urkundlich erwähnt. Bauherr war Graf Hermann III. von Virneburg. Ihr Bergfried misst 25 Meter bei drei Metern Mauerstärke.
Die Philippsburg, auch Kleine Burg oder „das Rech", stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Erhalten sind der Nordwestturm und die 2007/2008 restaurierte Südmauer.
Beide Burgen wurden 1632 von schwedischen und 1689 von französischen Truppen zerstört. Seit 1815 sind sie in staatlichem Besitz, heute gehören sie dem Land Rheinland-Pfalz.
Das Burggelände selbst ist weiterhin ganzjährig und kostenfrei begehbar, ohne Öffnungszeiten und ohne Tor. Zwei Hinweise der Eigentümerin: Wegen der Bauarbeiten kann es zu Einschränkungen kommen, und es gibt keinen Winterdienst.
Der Aufstieg, ehrlich beschrieben
Von den Parkplätzen sind es rund 800 Meter zu den Burgen, der Aufstieg dauert 10 bis 15 Minuten und überwindet etwa 100 Höhenmeter. Er führt über Treppenstufen, einen steinigen Hohlweg und Wurzelpfade.
Die Eigentümerin schreibt dazu unmissverständlich: „Aufgrund der historischen Situation ist es leider nicht möglich, die Burgruine barrierefrei zu erschließen." Mit Kinderwagen oder Rollstuhl ist der Aufstieg nicht machbar.
Der Weg zur Löwenburg gilt als der leichtere. Für die letzten Meter zur Philippsburg berichten Besucher von einem sehr schmalen, ungesicherten Pfad mit Abbruch zur Seite. Wer mit Kindern unterwegs ist oder nicht schwindelfrei ist, sollte es bei der Löwenburg belassen.
Wer den Ort lieber eben erkundet: Der Rundgang durch den Ortskern selbst ist flach, führt aber über Kopfsteinpflaster in engen Gassen.
Das Löwendenkmal, der schönste Fund
Auf der mittleren Elzbrücke stehen vier in Basalt gehauene Löwen aus dem 15. Jahrhundert. Eifel Tourismus zählt sie „zu den bedeutendsten Denkmälern des Rheinlandes".
Der Zusammenhang, den kaum ein Reiseführer erwähnt: Diese Löwen standen ursprünglich als Wächter vor dem Burgtor. Nach ihnen ist die Löwenburg benannt. Die Skulpturen sind also von oben nach unten gewandert, und der Name der Burg steht heute auf einer Brücke im Tal.
Was im Ort noch sehenswert ist
| Bauwerk | Datierung | Heute |
|---|---|---|
| Viergiebelhaus | 1452 | Rathaus und Standesamt, 2004 restauriert |
| Pfarrkirche Kreuzerhöhung | 1459/60 | spätgotisch |
| Johannesbrücke | um 1500 | die mittlere der drei Elzbrücken |
| Kapelle St. Georg | Chor 1460 | auf dem Friedhof |
| Stadtbefestigung mit Mauerturm | 1615 | Reste erhalten |
| Obere und Untere Schlossbrücke | 1615 | ehemals Teil der Stadtbefestigung |
Das Heimatmuseum „Galerie im Untertor" zeigt über 50 Exponate zur Tuchmacherei, darunter einen Webstuhl als Leihgabe der Marksburg. Es öffnet allerdings nur jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr sowie bei größeren Veranstaltungen. Wer es sehen will, muss den Besuch danach planen.
Der Traumpfad Monrealer Ritterschlag
Der bekannteste Wanderweg der Vordereifel startet am Alten Pfarrhaus an der Oberen Schlossbrücke.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Länge | 13,7 km |
| Höhenmeter | 508 |
| Gehzeit | rund 5 Stunden |
| Schwierigkeit | schwer |
| Erlebnispunkte | 71 |
| Belag | 67 % Naturweg, 28 % leicht befestigt, 5 % Asphalt |
Die Einstufung „schwer" ist ernst gemeint. Der Betreiber selbst beschreibt steile Waldpfade, einen Serpentinenabstieg und enge Pfade auf einem Felskamm und schreibt wörtlich, die Tour sei „absolut nichts für Menschen mit Höhenangst". Mit 67 Prozent Naturweg und 30 Prozent schmalen Pfaden ist das einer der ursprünglichsten Wege der Region, aber keiner für einen entspannten Nachmittag.
Zur Auszeichnung: Der Weg wurde 2011 vom Wandermagazin in einer Publikumswahl zu „Deutschlands schönstem Wanderweg" gekürt. Das gilt dem Weg, nicht dem Ort; die beiden werden oft verwechselt. Zum Zertifikat siehe unten.
Wer es kürzer mag: Der Karbachtalweg ab dem Bahnhof misst 7,7 Kilometer bei 141 Höhenmetern, führt aber ebenfalls steil bergan und ist nicht kinderwagentauglich.
Einkehren, und warum das Planung braucht
Monreal hat vier Betriebe, und keiner davon ist durchgehend geöffnet. Stand August 2026:
| Betrieb | Öffnungszeiten | Ruhetag |
|---|---|---|
| Café Plüsch, Obertorstraße | täglich 8:30 bis 17 Uhr | Mittwoch |
| Stellwerk, Am Bahnhof | Mi bis Sa ab 18 Uhr, So ab 17 Uhr | Montag und Dienstag |
| Haus Löwenburg, Bahnhofstraße | Angaben widersprüchlich, vorher anrufen | unklar |
| Café Altes Pfarrhaus, Kirchstraße | Angaben widersprüchlich, vorher anrufen | unklar |
Zwei Dinge, die Ihnen den Tag retten können. Das Stellwerk ist ein reiner Abendbetrieb und nimmt Reservierungen ausschließlich telefonisch an, nicht per Mail und nicht über Portale. Und das Café Plüsch ist mittags oft die einzige geöffnete Adresse im Ort.
Ebenfalls veraltet in vielen Wandertipps: Uschis Hofladen am Weg ist seit dem 31. Dezember 2018 geschlossen, wird aber von mehreren Wanderportalen bis heute als Versorgung beworben.
Parken und Anreise
Der historische Ortskern ist Wohnanliegern vorbehalten. Gäste parken am Bahnhof:
| Fahrzeug | Gebühr | Zeitraum |
|---|---|---|
| Pkw | 2,00 € | täglich 8 bis 18 Uhr |
| Wohnmobil | 4,00 € | täglich 8 bis 18 Uhr |
Vom Parkplatz sind es wenige Minuten zu Fuß in den Ortskern, der Weg ist ausgeschildert. Einige Tourismusportale schreiben von kostenlosen Parkmöglichkeiten; das widerspricht der Angabe der Gemeinde.
Mit dem Auto ab Rieden: rund 19 Kilometer, gut 25 Minuten. Die Route führt über Mayen und die B258 Richtung Nürburgring, dann auf die L98 nach Monreal.
Mit der Bahn: Monreal hat einen eigenen Haltepunkt an der Pellenz-Eifel-Strecke. Hier hält die RB 38 im annähernd Stundentakt, mit einer Lücke am Mittag. Fahrzeiten: Mayen West 9 Minuten, Kaisersesch 12 Minuten, Andernach 44 Minuten. Für Gäste ohne Auto ist Monreal damit eines der am besten erreichbaren Ziele der Region.
Feste und Führungen
Ein Burgfest oder Ritterfest gibt es in Monreal nicht. Das steht in mehreren Reisetipps, findet sich aber weder im amtlichen Veranstaltungskalender noch bei der Gemeinde. Der „Monrealer Ritterschlag" ist der Wanderweg und der Name einer Burgenführung, kein Fest.
Was es wirklich gibt, Stand August 2026:
- Weinfest am Marktplatz, 5. und 6. September 2026
- Internationale Herbstwanderung am 8. November 2026
- Uriger Adventsmarkt am Marktplatz, 12. und 13. Dezember 2026
- Kirmes jeweils eine Woche nach Pfingsten
Führungen gibt es ganzjährig auf Anfrage: eine Dorfführung „Auf den Spuren der Wollweber" von etwa einer Stunde und die Burgenführung „Monrealer Ritterschlag" von rund zwei Stunden inklusive Aufstieg zur Löwenburg. Für Gruppen unter zehn Personen werden Pauschalen berechnet.
Häufige Fragen
Wie weit ist Monreal von Rieden entfernt?
Rund 19 Kilometer, etwa 25 Minuten Fahrt. Mit der Bahn über Mayen ebenfalls erreichbar.
Kann man die Burgruinen besichtigen?
Das Gelände ist ganzjährig frei zugänglich und kostenlos. Der Bergfried der Löwenburg ist allerdings wegen Sanierung bis auf Weiteres gesperrt.
Was kostet der Eintritt zu den Burgen?
Nichts. Es gibt weder Kasse noch Öffnungszeiten.
Sind die Burgen mit Kinderwagen erreichbar?
Nein. Der Aufstieg führt über Treppen und Wurzelpfade, rund 100 Höhenmeter. Die Eigentümerin schließt eine barrierefreie Erschließung ausdrücklich aus.
Wo parkt man in Monreal?
Am Bahnhof, 2 Euro für Pkw und 4 Euro für Wohnmobile, täglich von 8 bis 18 Uhr. Der Ortskern ist Anliegern vorbehalten.
Gibt es in Monreal Einkaufsmöglichkeiten?
Nein, weder Supermarkt noch Bäckerei oder Metzgerei. Bargeld gibt es über einen Bankservice im Café Plüsch.
Wie schwer ist der Monrealer Ritterschlag?
Offiziell als schwer eingestuft: 13,7 Kilometer, 508 Höhenmeter, rund fünf Stunden, mit schmalen Pfaden und einem Felskamm. Nichts für Menschen mit Höhenangst.
Gibt es ein Burgfest in Monreal?
Nein. Wiederkehrend sind Kirmes, Weinfest, Herbstwanderung und der Adventsmarkt im Dezember.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für Ortskern und Löwenburg etwa zwei bis drei Stunden mit Einkehr. Wer den Traumpfad geht, plant einen ganzen Tag.
Unser Rat für den Ausflug
Kommen Sie vormittags und an einem Tag, an dem das Café Plüsch geöffnet hat, also nicht mittwochs. Parken Sie am Bahnhof, gehen Sie zuerst durch den Ort zu den Löwen auf der Brücke, dann hinauf zur Löwenburg, und planen Sie die Einkehr vor 17 Uhr ein. Wer abends bleiben will, reserviert telefonisch im Stellwerk.
Und packen Sie etwas zu trinken ein. Der Ort ist schön, aber er versorgt Sie nicht nebenbei.
Ihr Ausgangspunkt
Dieses Ziel liegt in Reichweite unserer Ferienhäuser
Drei Ferienhäuser mit eigener Außensauna, Whirlpool und Kaminofen auf der Sonnenterrasse am Riedener Waldsee. Von hier aus starten Sie jeden Ausflug in die Eifel.

Familie Hahn
Susanne, Carmen und David Hahn vermieten die drei Ferienhäuser auf der Sonnenterrasse in Rieden und kennen die Eifel seit über zehn Jahren.